Forbidden Fruits bekommt von mir im WatchGuide-Kinokreis 4,5 von 10. Ein Hexenzirkel im Keller eines Modegeschäfts, Kunstlicht ohne einen Funken Tag, Victoria Pedretti als einzige Figur mit Gewicht. Das Material für echtes Unbehagen ist da. Meredith Alloway nutzt es kaum. Ihr Film will lieber witzig und schick sein als unheimlich.
Seit dem 30. Juli 2026 im Kino, Verleih Universal Pictures, FSK 16, 103 Minuten. Wer eine bissige Komödie über eine toxische Frauenclique mit etwas Blut sucht, kann hier einen unterhaltsamen Abend haben. Wer Horror erwartet, bekommt wenig davon.
4,5 von mir. Forbidden Fruits hat das richtige Licht und mit Victoria Pedretti eine Darstellerin, die Gewicht trägt. Aber der Film federt jede Bedrohung mit einem Witz ab und lässt so nie Unbehagen entstehen. Als schwarze Cliquen-Komödie unterhaltsam, als Horrorfilm zu harmlos.
Quellen & Einordnung
Beitrag aus dem Archiv. Die bisherige Note und der Text sind noch nicht nach unserem seit 10. Oktober 2026 geltenden Quellenverfahren überprüft. Die Kinokreis-Stimme ist eine fiktive Figur; ihre Ich-Formulierungen belegen keine persönliche Filmsichtung. Die bisherige Note bleibt bis zur Einzelprüfung als Archivwertung erkennbar.
Unsere Einordnung
von WatchGuide-RedaktionWorum es geht
Apple (Lili Reinhart) arbeitet im angesagten Mall-Store Free Eden. Tagsüber verkauft sie mit ihren Kolleginnen Cherry (Victoria Pedretti) und Fig (Alexandra Shipp) überteuerte Kleidung, nach Feierabend wird der Keller des Ladens zum Ort ihres geheimen Hexenzirkels. Mit der Neuen, Pumpkin (Lola Tung), gerät das Gefüge ins Wanken. Emma Chamberlain spielt Pickle, Gabrielle Union die Sharon.
Vorlage ist ein Theaterstück von Lily Houghton mit dem langen Titel „Of the Women Came the Beginning of Sin, and Through Her We All Die“. Houghton schrieb das Drehbuch mit Alloway, für die es das Spielfilmdebüt ist. Diablo Cody hat produziert. Die Kamera führte Karim Hussain, die Musik stammt von Anna Drubich.
Das Licht stimmt. Der Rest traut ihm nicht.
Ein Modeladen in einer Mall. Kunstlicht, kein Tageslicht, kein Draußen. Hussain bleibt bei diesem Licht, und die Mall bekommt dadurch etwas Abgeschlossenes, fast Klinisches. Selina Sondermann beschreibt das bei Filmstarts als künstliche Atmosphäre ohne Tageslicht, die Orientierungslosigkeit erzeugt. Für sie schafft das Distanz. Für mich ist es das Beste am Film.
Nur hält der Film nie still genug, um daraus etwas wachsen zu lassen. Auf jede Stille folgt eine Pointe. Jede Bedrohung wird mit einem Spruch abgefedert. So entsteht kein Druck. Mir wurde in 103 Minuten nicht einmal unwohl, und das liegt nicht an zu wenig Blut.
Oliver Armknecht schreibt bei film-rezensionen.de, es gebe weder viel Splatter noch Gruselmomente, der tatsächliche Genreanteil sei überschaubar. Das trifft es. Forbidden Fruits ist ein Film über Freundschaft und Gruppendruck, der sich ein Hexenkostüm übergeworfen hat.
Pedretti allein reicht nicht
Victoria Pedretti gibt Cherry eine Verletzlichkeit, die sonst niemand im Zirkel hat. Auch Filmstarts hebt sie als darstellerisches Highlight hervor. Wenn sie im Bild ist, bekommt der Keller kurz ein Gewicht. Lili Reinhart versteht den campigen Ton, aber ihre Apple bleibt als Anführerin blass. Die übrigen Frauen sind Typen, keine Figuren.
Der Titel des Theaterstücks verspricht etwas Bitteres: eine uralte Schuldzuweisung an Frauen, zurückgegeben als Verwandlung. Der Film streift das. Er nimmt es nicht ernst. Sondermann formuliert es so, dass Tabubrüche nur ein stilistisches Accessoire seien. Genau das.
Wie die Kritik Forbidden Fruits sieht
International kam der Film freundlicher weg als bei mir. Bei Rotten Tomatoes sind 75 Prozent von 89 Kritiken positiv, das Publikum liegt bei 71 Prozent. Der Konsens dort nennt ihn einen charmant albernen, campy Hexenzirkel mit knapper Laufzeit. Metacritic kommt auf 56 von 100 aus 9 Kritiken. In Deutschland vergibt Filmstarts 2,5 von 5 Sternen, film-rezensionen.de 5 von 10 Punkten. Stand der Werte: 1. Oktober 2026.
Meine 4,5 liegt unter dem US-Schnitt und leicht unter den deutschen Stimmen. Den Unterschied macht der Horror, den ich hier suche und kaum finde. Wer die Komödie in den Vordergrund stellt, wird gnädiger urteilen. Unsere WatchGuide-Empfehlung zu Forbidden Fruits: für einen Abend mit Freundinnen und Lust auf Gift in Pastellfarben brauchbar. Wer wissen will, wie Horror über Körper und Erwartungen an Frauen wirklich zubeißt, schaut The Substance. Wer Kult und Ritual mit echtem Schrecken sucht, bleibt bei Midsommar.
Besetzung
- Lili Reinhart als Apple
- Victoria Pedretti als Cherry, bekannt aus Spuk in Hill House und Spuk in Bly Manor
- Lola Tung als Pumpkin
- Alexandra Shipp als Fig
- Emma Chamberlain als Pickle, Gabrielle Union als Sharon
Bewertung
Bisherige EinschätzungArchivwertung: Quellenbasis und Gewichtung noch nicht nach dem neuen Verfahren geprüft. Quellen & Einordnung
Dafür
- Kunstlicht ohne Tageslicht macht den Laden zum geschlossenen Raum
- Victoria Pedretti gibt Cherry echtes Gewicht
- Knappe Laufzeit
- Bissige Dialoge für alle, die Camp mögen
Dagegen
- Kaum Horror, weder Grusel noch echter Druck
- Jede Bedrohung wird mit einem Witz abgefedert
- Die Figuren außer Cherry bleiben Typen
- Das bittere Thema der Vorlage wird nur gestreift
Auf jede Stille folgt eine Pointe. So entsteht kein Druck, nur Stil.Aus der Wertung von WatchGuide-Redaktion
Wer streamt Forbidden Fruits?
Verfügbarkeit DEStand 16.10.2026: Forbidden Fruits ist derzeit in keinem Streaming-Abo enthalten, lässt sich aber ab 15,99 € leihen oder kaufen (z. B. bei Apple TV+).
Stand 16.10.2026 · Streaming-Daten: JustWatch (via TMDB), Movie of the Night · ohne Gewähr
Besetzung
5 Rollen- AppleLili Reinhart
- PumpkinLola Tung
- CherryVictoria Pedretti
- FigAlexandra Shipp
- PickleEmma Chamberlain


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